Berichte unserer Genealogen über besondere Fälle
Hinter jedem Fall verbirgt sich eine spannende Geschichte. Oft kennen wir die Familienzu-sammenhänge besser als der von uns ermittelte Erbe. So führen wir nicht selten Familien zusammen, deren Mitglieder über Jahre hinweg an den verschiedensten Orten der Welt leben und sich aus den unterschiedlichsten Gründen aus den Augen verloren haben. Nachfolgend berichten wir über nur wenige solcher Fälle.
Ein Mordfall in Brelingen bei Hannover
Als unsere Genealogin Nina Kulp, Niederlassung Hannover, beim Frühstück in der Morgenzeitung von einem ungeklärten Mordfall in Brelingen in der Region Hannover las, wusste sie noch nicht, wie sehr sie beruflich mit dieser Sache befasst sein würde. Laut Zeitungsberichten wurde ein gut situiertes Ehepaar in seinem Einfamilienhaus Opfer eines brutalen Raubmordes. Der 86-jährige Kurt B. wurde am 06.03.2008 in einer Blutlache liegend auf dem Fußboden gefunden, während seine stark demenz-kranke 80-jährige Ehefrau Liane B. neben ihm in ihrem Pflegebett lag.
Aus der Randnotiz im Regionalteil wurde bald eine umfassende Berichterstattung, beson- ders als Liane B. drei Wochen nach dem Mord an ihrem Mann im Krankenhaus verstarb. Kinder hatte das Ehepaar nicht hinterlassen. Nähere Angehörige waren nicht bekannt. Die Eheleute B. hatten zwar ein gegenseitiges Testament verfasst, aber Erben nach dem zuletzt versterbenden nicht benannt. So kam es, dass vom zuständigen Amtsgericht ein Nachlasspfleger eingesetzt wurde, welcher sich um die Formalitäten (Beerdigung etc.) und die Suche nach möglichen Erben kümmerte. Da ihn seine Recherchen ans Ende des 19. Jahrhunderts führten, aber möglichst schnell Erben gefunden werden mussten, bat eben jener Nachlasspfleger nach Rücksprache mit dem Amtsgericht im Juli 2008 die GEN Gesellschaft um ihre Hilfe.
Schnell wurde klar, dass hier eine komplette Erbenermittlung nach weiteren Geschwistern beider Elternteile geführt werden musste, da die zuletzt verstorbene Liane B. ein Einzelkind war. Nach vielen spannenden Recherchen in Archiven, Kirchen und Standesämtern stellte sich heraus, dass die Eltern der Erblassermutter, welche 1863 bzw. 1868 geboren wurden, insgesamt 7 Kinder gehabt hatten. Bis auf die Mutter von Liane B. erreichte nur noch ein Bruder das Erwachsenenalter, verstarb jedoch bereits 1977 ohne Hinterlassung von Kindern. Somit war „nur“ noch die väterliche Seite zu klären. Es stellte sich heraus, dass aus der Ehe der 1873 bzw. 1875 geborenen Großeltern neben dem Vater von Liane B. nur 2 weitere Kinder hervorgegangen sind. Hier war es uns möglich, zwei lebende Verwandte von Liane B. ausfindig zu machen.
Auf Grundlage der umfassenden urkundlichen Dokumentation, die unser Büro fachkundig zusammengestellt hat, war es diesen Verwandten bereits im Januar 2009 möglich, einen Erbscheinantrag zu stellen. Der Erbschein wurde erteilt und der Nachlasspfleger hat den Erben das sichergestellte Vermögen sowie die Schlüssel zum Haus der Eheleute B. übergeben.
Der Mörder von Kurt B. ist bis dato noch nicht ermittelt. Hoffen wir, dass dem Ermittlungs-erfolg der erbrechtlichen Klärung nun auch der der kriminalistischen Klärung folgt.










